Liebe Freunde,
heute hatte ich wieder einen wundervollen Tag. Ich konnte 1 Stunde früher losgehen und hatte einen langen Gang vor mir. Über Villafranca, einer wunderschönen Stadt ging es durch Kastanien- und Kieferwälder bis hier nach Ruitelan. 27 km bin ich heute gelaufen. Nach 24 km fand ich Jan alleine in einer ungemütlichen Herberge und konnte ihn bewegen mit mir noch 2,5 km weiter in eine sehr gemütliche Herberge zu kommen.......... und siehe da, alle sind wieder da. Patrizia,Mody und Bob. Wir werden gemeinsam Abendessen und früh ins Bett gehen. Morgen steigen wir auf 1300 m und hoffen, auch in den Bergen schlafen zu können. Übrigens, noch 163 km. In 3 Tagen werden wir in Sarria sein.
Alles Liebe Mechthild
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28. Oktober 2006
Liebe Freunde,
jetzt habe ich mich 3 Tage nicht gemeldet und das waren ereignisreiche Tage. Im Außen, wie im Innen. Am 25. lag ich den ganzen Tag flach und wollte nur sterben. Aber das Leben geht weiter. Am 26. ging es mir wieder gut und mein Antreiber schickte mich auf die Piste. Nach 6 km fühlte ich mich noch immer gut und wollte alleine bei Nebel und Regen die 12 km über die Berge wagen. Als ich in einem kleinen verfallenen Dorf an der Herberge vorbei kam, ging die Tür auf und Jan, der Holländer kam heraus. Kreidebleich, ich dachte ihn schon über alle Berge. Du willst doch so nicht über den Berg. Komm' herein hier ist es warm. Ich konnte dem nicht widerstehen und war sehr froh, nicht weiter zu müssen. Die Herbergsmutter hatte Wasserreis gekocht und wir konnten in geheizter Stube ausruhen. Im Bücherregal fand ich Eckhardt Tolles Buch: Stillness speaks. Wenn das kein Zeichen ist.
Gestern hatte ich den schönsten Tag auf meinem Camino.Nach einer Enttäuschung....,ich wollte mal wieder ganz brav sein, erlebte ich die Berge vom Nebel bis die Sonne sie verzauberte. Es war so wundervoll mit vielen mystischen Momenten. Ich ging ganz alleine,fühlte ein Geborgensein und kam nach 20km, 900m tiefer in der Herberge an. Keine Wolke am Himmel und warm.
Heute ging der Weg über Ponferrada nach Cacabelos. 24km. Dann die Herberge zu. Mein Rucksack war so schwer wie am ersten Tag. Die Regenkleidung ist ja jetzt auf meinem Rücken und nicht auf dem Leib. Also bleibt nur ein Hotel oder noch 8 km Fußmarsch. Gleich liefen mir zwei Kanadierinnen und Jan über den Weg. Heute Nacht schlafe ich mit den beiden Frauen in einem Dreierzimmer. Die French-Kanadierinnen kenne ich von Burgos. Sie sprechen ein schreckliches Englisch. Wahrscheinlich sagen sie dasselbe von mir. Jan ist ein bisschen wie Björn, nur ein paar Jahre älter. Wir sind nach unserer durchlittenen Krankheit zusammen gewachsen.
Bon Camino,mal sehen was der morgige Tag bringt
Alles Liebe Mechthild
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25. Oktober 2006
Liebe Konstanze,
Vielen Dank, das hat mich sehr berührt. Du kleine, große Schwester.
Liebe Freunde,
vielen Dank für die vielen Glückwünsche. Der Tag begann mit vielen Anrufen und Glückwünschen in der Albergue. Ich hatte einen wunderbaren Wandertag nach El Rabanal, ich ging alleine, traf einige interessante Pilger. 22 km fast nur im Regen. Aber trotzdem lief es gut. Dann, als ich in der Herberge ankam, kam der Schüttelfrost. Ich ging sofort ins Bett und verbrachte meinen Geburtstag bei heißer Milch mit Honig und liebevoller Betreuung der Herbergsmutter und 2 Wolldecken. Die ganze Nacht habe ich Hustenbonbons gelutscht, um die anderen Pilger nicht zu stören. Heute habe ich mich in einem Hostal eingemietet und hoffe morgen, bei vielleicht besserem Wetter ( Es regnet noch immer ). Seelisch geht es mir sehr gut. Ich freue mich auf die Berge. Auch meine kleine Gruppe, mit der ich mich abends traf ist hier geblieben. Sie gehen vielleicht heute Mittag weiter. Ein nettes Ehepaar aus Holland ist auch hier im Hostal. Am Camino gehen die Leute und neue kommen wieder und man trifft wieder alte Bekannte. So gestern Patrizia, eine junge Spanierin, die mit mir in Pamplona begann. Sie tröstete mich gestern und sagte. Wer auf dem Camino nicht krank wird, nimmt den Camino nicht. Das gehört dazu. Es ist wunderbar einen inneren Begleiter, wie Alfred zu haben. Er erlebt seinen Camino, er ging vor einem Jahr, noch einmal und es ist als ob er mitgeht.
Bon Camino
Mechthild
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24. Oktober 2006
nun muss ich mal als Schwester von Mechthild hier meinen eigenen Beitrag einfügen:
Dir liebe Mechthild möchte ich ganz herzlich noch einmal alles Liebe und Schöne zu Deinem heutigen Geburtstag wünschen, mögen sich alle die Wünsche für Dich erfüllen, die gut für Dich und Deinen Weg sind, was immer da auch kommen mag . . . Doch das größte Geschenk hast Du Dir selbst bereitet mit Deinem Weg, auf dem Du Dich im Moment befindest . . . .
Alles erdenklich Gute für Dich - Konstanze (die "kleine Schwester")
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23.10.2006
Liebe Freunde,
Astorga hat uns mit Sonne empfangen. Es ist kalt und windig. Wir sind in einer urgemütlichen Herberge und haben gemeinsam gekocht. Ich bin so satt. Ab Morgen geht es in die Berge. Übermorgen sind wir auf 1.500m am Eisernen Kreuz. Die Landschaft ist heute schon lieblicher geworden. Ich bin sehr erkältet aber guter Stimmung.
Alles Liebe Mechthild
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22.10.20006
Liebe Freunde
ich wiederhole mich, es regnet. Trotzdem lassen wir uns nicht unterkriegen. Die Landschaft ist eintönig. Ich gehe an langen Feldern vorbei. Heute waren es 24 km bis Hospital de Orbigo. ein wunderschönes Städtchen mit einer sehr langen, sehr schönen Brücke. Wir sind in einer urgemütlichen, privaten Herberge mit einem warmen Feuer. Alles ist blitzsauber. Wir sind inzwischen ein lustiges Völkchen von ca 10 Personen, die sich abends in der Herberge treffen. Seit Tagen habe ich kein Deutsch mehr gehört. Denn Horst, der Mann aus Frankfurt spricht auch nur englisch. Jetzt kochen wir zusammen und werden sicher einen schönen Abend haben. In Leon habe ich mir eine Superhose gekauft. Swissmade. Superleicht, absolut wasserabstoßend und innen warm. Ich hatte keine nassen Beine. Von Alfred habe ich seit Leon nichts mehr gehört und ich höre ihn sagen: Jetzt machen wir die Übung, keine SMS und Mails zu verschicken. Ich hoffe, das ist der Grund. Morgen sind wir in Astorga und wir haben noch 250 km. Dann geht es in die Berge. Ich bin jetzt seit einer Woche immer so auf 900 m gelaufen. So genug für heute.
Alles Liebe Mechthild
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19.10.2006
Liebe Freunde,
Leon ist eine wundervolle Stadt. Trotz des Regens macht es Spaß, die Stadt zu erkunden. Ich bin mit einer Schottin und einem Ehepaar aus Australien zusammen. Ich habe mich mit einem neuen Cape und warmen Hosen ausgerüstet. Wir werden wohl die nächsten Tage noch Regen haben. Aber, die Laune ist gut und ich fühle mich sehr wohl. Gestern schlief ich bei den Nonnen, die uns wundervoll betreuten. Beim Eintritt mussten Schuhe und Schlafsack entfloht werden. Das hört sich schlimmer an, als es ist. Heute schlafe ich mit Kim, der Schottin in einem Hotel der Nonnen, mit Marmorbad und Badewanne. Ein Luxus!!!!!!!!!!! Die Kathedrale ist gigantisch. Die Größte von Spanien.
Alles Liebe Mechthild
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18.10.2006
H A L B Z E I T
Liebe Freunde,
Das war heute ein Tag. Von heute Morgen um acht Uhr bis jetzt regnet es. Heute Mittag kam ich in ein Unwetter, der Himmel war schwarz, der Regen waagrecht und mein Cape hat den Geist aufgegeben. Die Hosen waren klitschnass. Aber irgendwie gehört das alles dazu. Die seelische Stimmung geht nur manchmal herunter. Jetzt bin ich in Mulas und habe morgen noch 19 km bis Leon. In den Herbergen ist abends um 22:00 absolute Nachtruhe. Morgens um Acht muss man die Herberge verlassen, egal wie das Wetter ist. Wenn man Glück hat, kann man sich ins nächste Café retten und noch frühstücken. Ich hoffe, dass das Wetter sich bald wieder ändert. Die Herberge wird von einem Deutschen geführt. Er ist knorrig, urig aber doch sehr lieb. Der Camino wird in drei Teile geteilt. Von Rancesvalles bis Burgos, gehst Du durch deine Schmerzen. Von Burgos bis Leon gehst du nach innen und ab Leon kommt die große Freude. In Santiago bist Du dann von allen Sünden befreit. Wenn Du noch etwas für Deine Seele tun willst, gehst Du nach Finsterre - das Ende der Welt.
Alles Liebe Mechthild
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17.10.06
Ich bin in El Burgo Ranero, in einer kuscheligen Herberge mit wunderbaren Menschen als Hospitaleros. Ich wusste nicht, dass es mir gelingt, mit meinem bisschen Französisch die Herzen der Menschen zu berühren. So wie mein Körper gefordert ist, so ist auch mein Geist hier gefordert. Die meiste Zeit spreche ich englisch und französisch. Bei den einzigen Deutschen, die da sind, stimmt die Chemie nicht sonderlich. Aber wir haben dasselbe Tempo und treffen uns immer wieder. Auf meinem Weg werde ich jede Sekunde von Alfred begleitet, der mich ja inspiriert hat. Es ist eine wunderbare Erfahrung. Ich bin ihm sehr dankbar dafür. Heute hatte ich meinen ersten Regentag, aber das war gar nicht schlimm. Morgen übernachte ich noch einmal und bin am Donnerstag in Leon.
Danke, dass Ihr mich alle begleitet auf meinem Weg. Ich spüre die Energie und fühle mich fast nie alleine, obwohl ich heute wieder den ganzen Tag nur Pilger in den Bars und Herbergen sah. Wenn ich ganz traurig bin, bekomme ich sofort einen Anruf und das tut sehr gut.
Mechthild
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16.10.06
Es macht Spaß jeden Abend etwas ins Internet zu schreiben und Euch teilhaben zu lassen. Was soll man auch an diesen Abenden machen. Ich bin heute 22km sehr leicht gelaufen und bin jetzt in Sahagun. Die Herberge ist in einer sehr schönen alten Kirche untergebracht, aber leider sehr verdreckt. Seit 2 Wochen schlafe ich zum ersten Mal in einem Raum für mich alleine. Die Landschaft ist immer noch sehr weit, es wird kälter und der Himmel ist bedeckt. In vielleicht 2 Tagen bin ich in Leon. Heute bin ich sehr einsam gelaufen aber ich fühle mich nicht alleine. Ich bin immer in liebevoller Begleitung...........
Alles Liebe Mechthild
P.S. Bald habe ich Halbzeit!
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15.10.2006 noch 397 km . . .
Heute bin ich nur 18 km gelaufen. Im nächsten Refugio gibt es Flöhe, ich hätte dann 30km heute laufen müssen. Hier haben wir es schön und sauber. Aber von Moskitos verstochen sind wir alle. Du siehst ich sage schon dauernd "Wir". Es ist wirklich ein Wir und doch Eins. Es ist eine eigene Welt, in der jeder so sein kann wie er will. Gestern auf dem Weg hatte ich eine leere Wasserflasche in der Hand. Sofort fragte ein Spanier, ob ich Wasser brauche. Die Hilfsbereitschaft ist einfach wunderbar. Eben habe ich zwei Frauen aus Australien kennen gelernt und wir haben über Eckhardt Tolle gesprochen. Die Begegnungen sind wie ein Wunder. Langsam fange ich an zu genießen. Vorgestern sind wir mit gregorianischen Gesängen aufgewacht und vom Herbergsvater mit Küsschen verabschiedet worden. Natürlich nur die Frauen.
Das Wetter ist herrlich und ca 20 Grad.
Alles Liebe Mechthild
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14.10.06 noch 415 km . .
Heute ist der 11. Wandertag. ich bin 25 km durch weites, eintöniges aber wundervolles Land gegangen. Der Weg geht km weit an Feldern vorbei. Die Sonne brennt. Kein Baum und kein Schatten. Ich schlafe heute in einem Kloster, ganz urig. Langsam wird alles leichter, obwohl mein rechter Fuß noch immer nicht abgeheilt ist. Die Füße reduzieren sich auf Normalmaß und die Schuhe sind wieder groß genug. Auf diesem Weg ist alles anders. Ich bin so froh gegangen zu sein. ich kann nur jedem Sagen, geh' einfach los. Du wirst nur gewinnen. Noch 95 km bis Leon. Das sind vier Tage. Vielleicht? Ich bin glücklich........
Alles Liebe Mechthild
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13.10.06
Boadilla del Camino
Nach einem schönen Wandertag bei herrlichem Wetter komme ich in eine wunderschöne private Herberge. Eine kleine Gruppe Franzosen treffe ich wieder. Wir essen gemeinsam. Es ist ein herrlicher Abend. Ich glaube, ich habe Flöhe. ich habe meine gesamte Wäsche in der Maschine gewaschen und im Trockner getrocknet. Das gibt ein gutes Gefühl.
12.10.06 noch 440 km . .
Ich bin von Santa Domingo, der Füße wegen mit dem Bus nach Burgos gefahren. Also 60 km geschummelt. Der Tag Ruhe hat mir gut getan. Aber die Füße sind immer noch nicht in Ordnung. Wir gehen jetzt bis Leon durch weite, einsame Wege. Jeden Tag gehe ich ca 20 km. Die Menschen, die ich jetzt treffe sind sehr spirituell. Dieses Stück fahren die meisten mit dem Bus. Hier kommst du mit deiner Seele in Kontakt. Die Herbergen werden einfacher und kleiner. Es ist wunderbar in dieser Hochebene zu laufen und nach innen zu schauen. Alleine ist man nie. Ich habe wundervolle junge Menschen um mich herum. Es entstehen schöne Gespräche. Der Rucksack wird jeden Tag ein wenig leichter. Ich bin glücklich auf diesem Weg. Auch wenn jeder Schritt noch weh tut.
Alles Liebe Mechthild
*********************************11.10.06
Heute der 7. Ich bin in Santa Domingo, einer wunderschönen Stadt mit einem herrlichen Dom. Auch wenn ich mich wieder hole, ich habe schon wieder eine neue Blase und einen blauen Zeh. Wenn ich mich dann endlich mit den Schuhen versöhnt habe, fallen sie auseinander. Es ist schon eine Herausforderung für Mensch und Material. Ich habe das völlig unterschätzt. Trotzdem bin ich froh, mich auf den Weg gemacht zu haben. Wenn alles gut geht, bin ich übermorgen in Burgos. Morgens um 7:30 gehen wir los, es dämmert gerade und um 9 Uhr, vielleicht nach 6 km kommt ein Frühstück. Mit Gepäck und Gelände schaffen wir nur ca 3/4 km in der Stunde. Ich bin gespannt, wann das Genießen kommt.
Alles Liebe Mechthild
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10.10.06
Egal wie es am Abend war, am nächsten Tag gehe ich einfach weiter. Irgendwie geht es immer.
Santa Domingo. Die Herberge ist putzig. Karierte Betten in einer Viererecke. Die Herbergseltern holen einen Arzt für meine Füße. Ein Tag Ruhe verordnet er mir. Ich muss Sanna ziehen lassen. Ich bin verzweifelt. Soll der Weg an meinen Füßen scheitern. Ich fahre mit dem Bus nach Burgos. Soll ich heimfahren? Alfred schickt mir eine Mail: Gehe durch die Schmerzen. Vergiß die Füße und die Schuhe. Du wirst tausendfach belohnt.
09.10.06
Ich bin heute nur 18 km gelaufen. Meine Füße tun so weh, ich kann nicht mehr. Ich bade sie in kaltem Salzwasser. In der Eingangshalle der Herberge hängt ein Riesenposter der Kathedrale von Santiago. Durch mich pulste ein Energiestrom. Da will ich hin. Egal was es kostet. Ich gehe weiter. Wir schlafen in einem Raum mit 60 Personen. Irgendwie wird das alles normal.
08.10.06
Wir laufen über Logrono nach Navarrete. Logrono kannte ich ja schon. Meine Füße tun so weh. Ich will mir neue Schuhe kaufen. Geht alles nicht. Meine sind doch noch die besten. Rüdiger verabschiedet sich hier. Er fährt nach Hause. Sanna und ich machen sich auf den Weg. In Navarret einer sauberen, kleine Herberge gehen wir mit Tom und Marie essen. Wir bekommen einen wunderbaren Hasen.
07.10.06
Sanna geht noch mit mir. Wir kommen nach Vianna. Wir mussten viel Strasse heute laufen. Es war ein langer Weg nach Vianna. Die Herberge ist in einem herrlichen alten Gebäude. Sanna und ich essen im Freien zu Abend. Jean Pierre, ein Franzose, der von Le Puy läuft, tröstet mich. Nach 10 Tagen ist das mit den Blasen vorbei.
08.11.06
Liebe Freunde,
ich
melde mich noch einmal aus Santiago. Die drei Tage waren jetzt ganz für
mich und für die Peregrinos, die mit mir ein Stück Weg gegangen sind.
Ja, es gibt viel zu erzählen, aber im Moment ganz viel zu fühlen, zu
spüren und zu schauen. Dieser Weg verändert die Menschen und so auch
mich. Ich bin nicht nach Finisterre. Ich wollte nach Santiago und hier
bin ich angekommen. Ich bin über die Grenzen meines Körpers gegangen,
um zu erfahren, ich bin nicht mein Körper. Als ich los ging wusste ich
eigentlich nicht was ich suchte, ich wusste nur, ich muss gehen. Ich
muss mich auf den Weg machen. Ich bin so reich beschenkt worden, ich
hätte das nicht suchen können. Ich bin glücklich.